Wenn die Kabarettistin Petra Afonin im umgestalteten Altarraum der gut besuchten Bad Hersfelder Stadtkirche in die Rolle der Demenz erkrankten Gundel schlüpft und wiederholt fragt „Wo der Horst nur bleibt? Da wird doch nichts passiert sein“, wird der Zuhörer in vielfältiger Weise emotional angesprochen. Dabei pendelt er in seinen Gefühlswelten zwischen Anteilnahme und Heiterkeit. Indem die Künstlerin verschiedene Erinnerungsfäden aus Gundels Leben, die zunächst unverständlich nebeneinander stehen, kunstvoll zusammen knüpft, zeichnet sie das Bild einer sehr liebevollen, alten Dame, die sich durch viel Elan und Humor auszeichnet. Damit erhält Petra Afonin der Betroffenen nicht nur ihre menschliche Würde, sondern erlaubt den Zuhörern den einen oder anderen befreienden Lacher. Aber auch mit den Angehörigen Demenzkranker kann sich die Kabarettistin nach jahrelangen Recherchen für ihr einmaliges Programm sehr gut identifizieren. Ob es die Forderung nach mehr gesellschaftlicher Akzeptanz oder der Wunsch nach einer gemeinsamen Freizeit ist, die Betroffenen finden sich in den nachdenklichen Versen und Chansons, einfühlsam von Susanne Hinkelbein am Klavier begleitet, verstanden und in sinnlicher Weise unterstützt. |  | 

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